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1921
Am 16.
November 1921 kamen in Hamborn 10 Herren zusammen, um über die Gründung eines Vereins zur “Wahrung der heimischen prähistorischen Funde” zu beraten. Damals entstand die “Gesellschaft für Niederrheinische
Vorgeschichtsforschung”, die unter dem Namen “Niederrheinische Gesellschaft für Vor - und Frühgeschichtsforschung Duisburg e. V.” am 16. November 1996 ihr 75jähriges Gründungsjubiläum begangen hat. Ziele der
Gesellschaft waren damals “die wissenschaftliche Erforschung der vorgeschichtlichen Vergangenheit der Heimat. Die Ergebnisse der Forschung werden in einer Vereinssammlung untergebracht und der Allgemeinheit
zugänglich gemacht”. Diese Ziele sind im Grunde bis heute gleichgeblieben.
1928
Schon 1928 schenkte die Gesellschaft ihre reichhaltigen durch Mitglieder ergrabenen und konservierten
Funde der Stadt Hamborn. Sie hatte schon 1925 ein städtisches Museum eingerichtet, dessen Hauptteil diese Funde als Leihgabe bildeten. “In dankbarer Anerkennung und Würdigung der bisher für das Museum
aufgewendeten Mühen und finanziellen Opfer hat die Gesellschaft einstimmig beschlossen, ihre urgeschichtli- che Sammlung dem Museum als Geschenk zu übereignen.
Die Stadt übernimmt die pflegliche Behandlung und Aufstellung in geeigneten Räumen,
die sofortige Schaffung der etatmäßigen Stelle eines haupamtlichen Leiters und Besetzung mit einem Fachprähistoriker,
den weiteren Ausbau der prähistorischen Abteilung nach Maßgabe der für das Museum zur Verfügung gestellten Mittel.
Prof. Rudolf Stampfuß (1904 - 1978), bereits als 17 jähriger Schüler Mitbegründer der Gesellschaft, wurde
nach Beendigung seines Studiums als erster Fachprähistoriker des Rheinlands 1928 Leiter des Museums.
1931
Mit dem Zusammenschluß von Duisburg und Hamborn im Jahre 1929 wurden die heimatgeschichtlichen
Sammlungen beider Städte unter R. Stampfuß zusammengeführt und 1931 die Schenkung der Gesellschaft auf die neue Gesamtstadt übertragen. Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung nahmen sie dankend
als grundlegend für das Museum an und sagten den Unterhalt und den Ausbau der Sammlung in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zu. Mit einer Unterbrechung von 1935 - 1955 hat die Niederrheinische
Gesellschaft, verbunden mit dem städtischen Museum (heute Kultur- u. Stadthistorisches Museum), Ihre Tätigkeit bis heute fortgesetzt. Mit Vorträgen, Führungen, Studienfahrten, wissenschaftlichen
Veröffentlichungen, durch Beteiligungen an Ausgrabungen sowie durch Sammeln und Restaurieren von Bodenfunden wurde von ihren Mitgliedern ein bedeutender Beitrag zur Erforschung der Vor- und
Frühgeschichte Duisburgs und des unteren Niederrheins erbracht und öffentlich gemacht. Er ist so Teil des Selbstverständnisses und der kulturellen Identität der Bürger geworden. Den von den Mitgliedern der
Gesellschaft ganz wesentlich mitgetragenen stadtarchäologischen Grabungen in der Duisburger Altstadt (1989 - 1995), ihren Funden und Ergebnissen wird sogar nationaler Rang und internationale Bedeutung zuerkannt.
Das Duisburger Museum selbst besitzt inzwischen die bedeutendsten Sammlungen zur Archäologie des unteren Niederrheins von frühen Anfängen der Menschheitsgeschichte bis ins Industriezeitalter.
1996
Trotz dieser erfolgreichen und viel beachteten Arbeit gibt es keinen Grund sich zufrieden zurückzulehnen,
denn die Achtung vor unserer Vergangenheit, die Bewahrung und Pflege ihrer Zeugnisse ist trotz klarer rechtlicher Vorgaben und mancher Lippenbekenntnisse keine Selbstverständlichkeit geworden und muß
immer wieder von neuem ernsthaft gegen die Ansprüche der Gegenwart abgewogen und erkämpft werden. Frühere Vereinbarungen und Versprechen sind anscheinend längst vergessen. Jede Generation muß das, was
sie von ihren Vätern ererbt hat, erst wirklich sich zu eigen machen, um es zu besitzen. Unsere Kinder erwarten, dass wir diesen Besitz, der wertvoller Teil unseres Kulturerbes und somit unsere Identität ist, nicht
verschleudern, sondern wahren und mehren und ihn so weitergeben. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bilden ein zeitliches Kontinuum und bedingen einander. Das Wissen um Vergänglichkeit sollte uns
Bescheidenheit lehren. Wir sind nur ein winziges Glied in einer langen Kette menschlichen Lebens und gerade unsere jüngste Vergangenheit hat uns gezeigt, wohin Maßlosigkeit führt.
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